Wir sind eins!

Man kann die Überschrift noch erweitern,

Wir sind das Volk.

Deutschland Einig Vaterland,

und noch viele andere Facetten sind für den morgigen Tag als Überschriften denkbar. Am 03.10.2014 feiern wir in Deutschland den

25 Jahrestag der Wiedervereinigung.

Und unter der Überschrift nie wieder Krieg aber auch anderer Überschriften, feiern wir in Beilstein selbst, an diesem Wochenende

            30 Jahre Partnerschaft mit Pontault-Combault.

Nun was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die Teilung Deutschlands und auch die Partnerschaft zu Frankreich entstanden aus dem letzten Krieg in Europa. Sie waren Lehren, das ein Gegeneinander zu einem Miteinander führen musste. Im Westen bildete man Brücken, der historische Auftritt von de Gaulle und Adenauer in Ludwigsburg bildeten hierfür den Start.

In vielen kleinen Trippelschritten kam man sich näher mit Frankreich, und Frankreich ist heute eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen.

Der Osten war weit weg, am Abend des 9.11.1989, als ich auf dem Heimweg vom Neckarstadion war, und der VFB den FC Bayern besiegt hatte, hörte man im Radio die Worte die Grenze ist auf. Es war eine schlaflose Nacht, ich saß am Radio, am TV verfolgt alles, saugte es in mich auf. Als einer aus der Generation des Nachkriegsdeutschlands, der Grenze, Mauer, Teilung, Verwandten Besuche, Pakete schicken in den Osten als jugendlicher und junger Erwachsener miterlebt hat, war dies eine der gewaltigsten Geschichtlichen Eindrücke die man selbst erleben kann.

Was verbindet zu Frankreich, als Kind das Geschichten erzählen der Großväter im Lamm und Ochsen am Stammtisch aus dem Weltkrieg (I & II). Und später als Jugendlicher die Teilnahme am Austausch mit französischen Städten, und noch viele Jahre später, dann selbst im Nachbarland zeitweise beruflich gelebt, und gearbeitet zu haben.

Es soll uns eine Lehre sein, Weg mit der den Ultra nationalen Interessen, sich hinwenden zu gemeinsamen übergreifenden Interessen. Sich Austauschen, sich verstehen. Das miteinander und die Gemeinsamkeit fördern. Aber die Vielfalt erhalten.

Ein gemeinsames Europa wird gelingen, wenn wir nicht alles gleich machen wollen, wenn wir Unterschiede erlauben, und vor allem wenn wir kein Europa der Bürokraten weiterentwickeln. Und wenn wir uns klar machen, wofür Europa stehen muss, Europa muss für Werte stehen, und hierbei geht es nicht grundsätzlich um die Ökonomie.

Inwieweit sich ein Europäischer Staat entwickeln muss ist zwiespältig zu sehen. Es geht nicht darum ein Einheits Europa zu schaffen. Eine Zentralregierung, die bis in die letzte Kommune hineinregiert. Europa kann international gemeinsam auftreten, aber innerhalb der beteiligten Staaten der EU, muss eine Lokalisierung und regionale eigenständige Regierung möglich sein.

Aber in einer großen Gemeinschaft müssen Regeln die man gemeinsam definiert auch eingehalten werden. Die Krise des €uro hat uns als Bürger hier sozusagen wachgeküsst. Ja zu Europa, aber nicht NEIN zu Entdemokratisierung unserer Gesellschaften. Um dies einzuhalten ist die Politik in der Pflicht hierauf zu achten, nicht alles ist alternativlos.

Genießen wir den deutschen National (Bundesfeiertag) und dies hoffentlich bei schönem Wetter. Genießen wir die Partnerschaftsfeier mit den Bürgern aus Pontault-Combault.

Wolfgang Behr

Stv. Vorsitzender FDP Stadtverband Beilstein                   www.fdp-beilstein.de