Blättle KW14_2017 Pendeln und Kinderhaus

Pendeln  

 

Aus einer aktuellen Zahlenveröffentlichung geht hervor, dass zwischenzeitlich 60% der Arbeitnehmer Pendler sind, d.h. sie arbeiten nicht an dem Ort, an dem sie wohnen. Im Jahr 2000 waren es noch 53%. Die detaillierteren Zahlen zur Erhebung 2016 werden sicherlich in den nächsten Wochen vorliegen.

Rückblickend auf die letzte Erhebung aus 2012 und den Vergleich zu den vorherigen Erhebungen ergab sich bereits damals, dass die Zunahme der Erwerbstätigen von 2004 auf 2012 um 11% sich auch im gleichen Maße auf die Steigerung (Anteil) der Pendler ausgewirkt hat.

Hieraus lässt sich folgende Grundkonsequenz ziehen: Die Steigerung der Erwerbstätigkeit führt auch zu einem vermehrten Pendeln der Arbeitnehmer.

Interessant aus den Erhebungen ist, dass das Verhältnis der Pendler zu den einzelnen Distanzen (einfachen Strecken: bis 10km, bis 25km, bis 50, > 50km) sich nicht wesentlich verändert hat, jedoch der Zeitaufwand höher wurde. Ca. 21,5% haben hierbei eine Fahrzeit von 30-60 Minuten, einfache Strecke.

Auch der Anteil der verwendeten Verkehrsmittel war zwischen 2004 und 2012 nahezu unverändert geblieben (14 % der Erwerbstätigen nutzten 2012 ein öffentliches Verkehrsmittel, 66 % fuhren im Auto, 9 % nahmen das Rad und ebenso 9 % gingen zu Fuß. Weitere 2 % nutzten Krafträder oder andere Verkehrsmittel).

Betrachtet auf 02/2017 43,624 Mio. Erwerbstätige bedeutet dies, das ca.6,1 Mio. jeden Tag im ÖPNV unterwegs sind und 28,7 Mio. im privaten PKW.

(Quelle: Mikrozensus DESTATIS, https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2014_05/2014_05Pendler.html)

Folgende Schlüsse kann man aus diesen Erhebungen ziehen: Ist der ÖPNV attraktiv, so kann er in Ballungsräumen (Agglomerationsräume u.a. S-LB-BB-ES-WN sowie verdichteten Kreisen HN) einen Beitrag dazu leisten, das der Umstieg der Pendler auf den ÖPNV befördert wird.

Attraktivität ist hier im ersten Sinne im Kontext der Taktung, der nahtlosen Verbindungsübergänge, und erst im zweiten Schritt in Bezug auf den Ticket-Preis zu sehen.

An der grundsätzlichen Entwicklung der Anzahl der Pendler wird ein verbesserter ÖPNV nichts verändern (er hat lediglich Einfluss auf das verwendete Fortbewegungsmittel).

Hierbei sind andere Faktoren maßgeblich. Hierzu gehören die Standorte und Neuansiedlungen von Gewerbebetrieben, die Entwicklung von Immobilienpreisen und Wohnmöglichkeiten in den Ballungsräumen, aber auch die Veränderung der Berufsbilder. Und nahtlos wirkt auch unser eigenes Verhalten sich hierauf ein.

Ein pragmatisches Beispiel: Der verstärkte Onlineeinkauf, wirkt sich auf Ladengeschäfte in den Innenstädten aus. Schließen diese, so entfallen auch die Angestellten als Pendler in die Städte. Diese werden aber eventuell als Ersatz bei einem Dienstleister in der *Pampa* benötigt, oder sie werden Produktverantwortlicher in einem Onlineshop. Somit ändert sich die Richtung der Pendler. Viele Tätigkeiten die heute noch zentral in Büros von großen Unternehmen ausgeführt werden, werden durch die Schaffung von *unbürokratischen* Heimarbeitsplatzregelungen, ebenfalls zu einem veränderten Verhalten der Anzahl an Pendlern führen.

Fazit: Die Daten mit denen wir uns heute an manche Themen heranwagen, werden in fünf Jahren Vergangenheit sein. Wir würden sie aber rückwirkend anders betrachten.

Kommunales – Kinderhaus

Interessantes gab es letzte Woche zum Kinderhaus zu lesen. Die Berichte in den Zeitungen wollen wir hier nicht wiedergeben. Es ist nur zu erinnern, dass eine Mehrheit des Gemeinderates sowie die Verwaltung den Vorschlägen des Einsatzes eines zusätzlichen Ingenieurbüros zum Projektcontrolling einstmals nicht zugestimmt hatten. Die Arbeiten eines solchen *Dritten* führten beim Bau des Feuerwehrhauses in der Endphase noch zu enormen Einsparungen bzw. Vermeidung von Kosten. Auch die Art der Ausschreibung kann sicherlich ein Teil dazu beigetragen haben, dass das Projekt in seiner Steuerung komplizierter wurde als notwendig (siehe: http://fdp-beilstein.de/blaettle-kw34_2015-aktuelle-kommunalpolitik).

Nun gilt es das Projekt zu Ende zu bringen, und alle Beteiligten auch dazu anzuhören. Kritik in einem Gremium, in dem die Kritisierten nicht Stellung nehmen können, ist allerdings nicht das richtige Mittel.

Es grüßt und freut sich auf die stets interessanten Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern.

Wolfgang Behr

Vorsitzender FDP Stadtverband Beilstein

www.FDP-Beilstein.de

Tel. 07062 5797 / Mobil 0162 2994973 / E-Mail: wolfgangbehr@hotmail.com